Die digitale Kluft !

Am 18.12. 2009 hat das statistische Bundesamt die „aktuellen“ Zahlen zum elektronischen Handel in Deutschland veröffentlicht.
Spannend daran fand ich besonders, dass diese Zahlen im letztjährigen Weihnachtsgeschäft wohl untergegangen sind, obwohl diese eigentlich alarmierend sind.

Glaubt man diesen Zahlen, so entwickelt sich eine ganze Nation in zwei Richtungen. Nämlich den Teil der Bevölkerung, der sein Lebensmanagement in die digitalen Kanäle verlagert und den Teil der dies nicht tut. 54 Millionen Deutsche gehören zur ersten Gruppe, knapp 30 Millionen zur zweiten.

Beschäftigt man sich weiter mit der ersten Gruppe, so tun sich hierbei ebenfalls zwei wesentliche Segmente auf. Diejenigen die im Internet einkaufen und die, die es nicht tun. In der Altersgruppe bis 54 Jahre sind es nur noch 15 % aller Internet-User die das digitale Shopping noch nicht für sich entdeckt haben und in der Altersgruppe 55+ sind es immerhin noch 35%.

Am 18.12. 2009 hat das statistische Bundesamt die „aktuellen“ Zahlen zum elektronischen Handel in Deutschland veröffentlicht.
Spannend daran fand ich besonders, dass diese Zahlen im letztjährigen Weihnachtsgeschäft wohl untergegangen sind, obwohl diese eigentlich alarmierend sind.

Glaubt man diesen Zahlen, so entwickelt sich eine ganze Nation in zwei Richtungen. Nämlich den Teil der Bevölkerung, der sein Lebensmanagement in die digitalen Kanäle verlagert und den Teil der dies nicht tut. 54 Millionen Deutsche gehören zur ersten Gruppe, knapp 30 Millionen zur zweiten.

Beschäftigt man sich weiter mit der ersten Gruppe, so tun sich hierbei ebenfalls zwei wesentliche Segmente auf. Diejenigen die im Internet einkaufen und die, die es nicht tun. In der Altersgruppe bis 54 Jahre sind es nur noch 15 % aller Internet-User die das digitale Shopping noch nicht für sich entdeckt haben und in der Altersgruppe 55+ sind es immerhin noch 35%.

Eine andere Betrachtung ist die, des totalen Umsatzanteils von nur 14% des Einzelhandels. Diese Zahl wirkt zunächst verhältnismäßig klein, betrachtet man allerdings die totale Anzahl an Unternehmen die überhaupt Waren über das Internet verkaufen, ist diese doch recht hoch, denn nur 12% der deutschen Unternehmen tun dies.

In der Darstellung des Bundesamtes für Statistik, gibt es Warengruppen die stärkeren und weniger starken Absatz finden. Zu den Gewinnern gehören hierbei z.B. Textilen, touristische Produkte und Konzertkarten.

Allein diese wenigen statistischen Daten, sollten eigentlich jedem Marketingleiter oder sogar Geschäftsführer die schiere Angst in das sonst so entspannte Gesicht tätowieren.

Kann es sich ein Unternehmen heute eigentlich noch leisten, seine Waren nicht im Internet zu verkaufen?
Wie lange wird es wohl noch die tradierten Handelsbeziehungen geben?
Welche Skaleneffekte lassen sich wohl noch aus einer Produktion in Indien oder China rausholen?
Wieso ist Arcandor eigentlich untergegangen und wer wird der nächste sein?
und..
Verpennen wir grade die wohl wichtigste soziologische Veränderung in der deutschen Gesellschaft seit der Nachkriegszeit?

Diese Fragen sollten sich wahrscheinlich 88% aller deutschen Unternehmen stellen!


Als Berater fragt man sich oft, ob hier verschiedene Unternehmensleitungen den Schuss nicht hören wollen oder können, doch schaut man ein wenig hinter die Kulissen werden die Hürden zum elektronischen Handel schnell deutlich.

Am Anfang steht der Glaube - oder der Fisch stinkt vom Kopf!

Es ist ja nicht so, dass es ein Geheimnis wäre, dass für viele Menschen die Nutzung des Internet heute wichtiger ist als Fernsehen. Es ist auch kein Geheimnis, dass die deutsche Medienindustrie sich schon lange fragt, wie lange sie wohl noch existieren mag. Während sich also die Mitarbeiter deutscher Unternehmen während ihrer Arbeits- und Freizeit auf Xing, Facebook, Amazon und LinkedIn tummeln, Researchanfragen der Geschäftsführung mit Hilfe von Google beantworten und jedes dritte englische Wort auf leo.org nachschlagen, liegt die Einführung des neuen Absatzkanals noch irgendwo im Appendix des Unternehmens-Masterplans. Ab und zu, regt sich allerdings mal ein zartes Pflänzchen innerhalb jedes Unternehmens, ein einsamer unternehmerischer Geist, der meist in Form eines neues Mitarbeiters oder Auszubildenden das große Tabu-Thema anspricht. Doch dann gibt es oft genug den CTO der dann mit scheinbar fachkundigem Kauderwelsch ( jedes dritte Wort hat was mit SAP zu tun) den ambitionierten Mitarbeiter an die Wand nagelt. Da ein guter Chor nur mit vereinter Kraft funktioniert stimmt dann sofort der Vertriebsvorstand ein und schon ergibt sich ein Szenario wie in der Sparkassenwerbung -“OK-Wir nehmen die Fähnchen“! Aber was soll der arme CEO auch tun, er muss ja auch auf den Fachkundigen Rat seiner Kollegen vertrauen. Und besonders im Bereich des Vertriebs und der IT ist Tradition einfach viel schöner als Innovation, denn nur so kann man gemütlich auf einer Eisscholle gen Süden treiben und sich an den wärmenden Sonnenstrahlen erfreuen, während man lustig weiter am eigenen Iglu zimmert. Diese Diskussion ist natürlich auch nicht neu, sondern vielmehr seit einem guten Jahrzehnt ein einstudiertes Bühnenstück mir fast fundamentaler religiöser Bedeutung. So wurde aus dem anfänglichen Wissen um die Komplexität digitaler Wertschöpfung eine Glaubensfrage, bei der fast jeder mitreden kann und dies auch mit gesundem Halbwissen tut.

Die Kluft zum Konsumenten - Brücke über den Grand Canyon

Es gleicht einem Paradoxon. In den letzten 5 Jahrzehnten brauchte jede Marke in Deutschland den Handel, um seine Produkte und waren zu vertreiben. Absatzkraft und nähe zum Kunden waren hierbei die Stichwörter. Trotzdem haben die Markenhersteller horrende Summen in den Aufbau einer eigenen Markenwelt und die Inszenierung ihrer Produkte investiert, damit sich die eigenen Produkte in den Regalen von der Konkurrenz abheben. Um diese Wirkung noch zu unterstützen bekam der Handel stattliche Werbekostenzuschüsse die dazu dienen sollten weitere Absatzpotentiale zu erschliessen.
Dann drehte sich der Wind, die operativen Kosten des Handels steigen. Die Logistik wurde der Dreh- und Angelpunkt der Kosteneffizienz und anstatt darüber nachzudenken wie man wirklich Konsumentenbedürfnisse befriedigt, versuchte man mit ausgeklügelten Transportketten einen Out-Of-Stock zu vermeiden. Noch mal zur Re-Kapitulation - eigentlich war der Auftrag des Handels, das Bindeglied zum Konsumenten zu sein und der Auftrag der Marke den Konsumenten vorher heiss zu machen. Doch, weil sich eben kaum jemand um den Konsumenten gekümmert hat, fing dieser an mit anderen Konsumenten zu reden. Erst am Stammtisch, dann übers Internet. Und siehe da, der Informations- und vor allem Meinungsaustausch funktioniert. Die Ströme an Konsumenten finden Ihre Wege zum Produkt, so wie jeder Lachs den Weg zur Quelle zurück findet. Dass dabei nicht nur leise Töne erklingen, sondern manch ein Konsument kritischer geworden ist, gefällt vielen Markenstrategen dabei natürlich gar nicht und so wünscht man sich die Zeit der „Kontrolle“ zurück und würde macht das Internet dafür verantwortlich und nicht die Konsumenten oder gar sich selbst. So wird die Kluft größer und Konsumenten werden immer mehr zu freien Radikalen.

„Setzt Segel Jungs es kommt Wind auf - Geht nicht Boss, wir sind mit Rudern beschäftigt!“
In den letzten Jahren habe ich mich oft gefragt, wieso ich eigentlich zwei Prädikatsabschlüsse gemacht habe. Oft genug wurde einfach nur verlangt zu „machen“ und nicht zu „denken“! Ganz klar es macht ja auch viel mehr Sinn, eine Mannschaft Galeerensklaven zu befehligen, die einfach nur im Takt rudern, anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Kraft des Windes für sich nutzen kann.
Wen wundert es dann auch, dass Changemanagement heute eine der größten Herausforderungen ist, wenn es um die Einführung von E-Business ( nicht IT) Lösungen geht. Arbeitsprozesse verändern sich dabei nicht zuletzt dadurch, dass bedingt durch fehlende Planung und ungenügende Ressourcen, die Transaktionsgeschwindigkeit des Webauftritts entweder mit einer Zeitrafferkamera aufgenommen werden müssen, um diese wahrnehmbar zu machen oder genau gegenteilig. Was sich jetzt etwas böse anhört lässt sich all zu leicht über einige simple Datenauswertungen aus den meisten Web-Analyse-Systemen nachweisen, vorausgesetzt diese sind überhaupt richtig eingerichtet. Aber zurück zum Thema, betrachtet man sich die wenigen Unternehmen in Deutschland die bereits digitale Wertschöpfung betreiben, so stellt man schnell fest, dass hierbei in den wenigsten Fällen die Ansprüche der eigenen Kundschaft wirklich berücksichtigt sind. Dafür werden aber wenigstens zu einem gewissen Teil die eigenen Prozesse abgebildet, diese versteht dann zwar der Kunde nicht, aber dafür die eigene IT Abteilung.

Lieber Leser, diese Geschichte wird etwas länger und deswegen wird sie im nächsten Blogartikel fortgesetzt!

Die Themen werden dann sein:

1. Warum die „Fabrik“ nicht mehr das Arbeitsmodell dieses Jahrzehnts ist.
2. Wieso „loslassen“ die neue Kontrolle ist.
3. Warm es gut ist von seinen Kunden zu lernen!